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Goldener Sattel Leipzig: 9,0 für Lenett

2017-01-22

Marie Ligges hat den "Goldenen Sattel", den Hans-Günter Winkler-Förderpreis für Nachwuchsreiter, für sich entschieden. Für ihre Runde mit Lenett erhielt sie eine 9,0.
Im Rahmen des Weltcup-Turniers in Leipzig behielt die 17-Jährige die Nerven und sicherte sich den Sieg vor Insa Strothmann (Krummesse), Beeke Carstensen (Sollwitt) und Sven Gero Hünicke.
Der Pferdewechsel ist es, der den „Goldenen Sattel“ so spannend macht. Vier herausragende Nachwuchsreiter einer Saison werden für den HGW-Nachwuchsförderpreis nominiert und auch in diesem Jahr blieb es spannend bis zum Schluss.
Nach drei Runden der Stilspringprüfung Klasse M mit Pferdewechsel lag Insa Strothmann (21) vorn, doch Annabella C, das Pferd von Sven Gero Hünicke, erwies sich als Zünglein an der Waage. Mit ihr unterliefen Insa Strothmann drei Hindernisfehler, ihr Vorsprung verkleinerte sich, und die bis dahin Zweitplatzierte Marie Ligges bekam die Chance, sich mit ihrer finalen Runde an die Spitze zu reiten.
Lenett v. Loran-Lord Calando (Alexander Jahr, Hodorf) , das Pferd von Beeke Carstensen, war Ligges' Partner für die letzte Runde und die beiden fanden hervorragend zusammen. „Marie, du hast bis zum Schluss gekämpft und hier eine fast perfekte Runde hingelegt. Du hattest Lenett sehr gut vor den treibenden Hilfen, hast immer die nötige Ruhe behalten und dein Pferd aus dem Sitz heraus toll unterstützt“, lautete der Kommentar von Achim Geilfus. 9,0 lautete die Wertung des prominenten Richterkollegiums, bestehend aus Geilfus, Hans-Günter Winkler, Bundestrainer Otto Becker und A-Kader-Mitglied Marco Kutscher. Das war die höchste Wertung der gesamten Prüfung, entsprechend hoch fiel auch der Beifall des Leipziger Publikums aus und Geilfus animierte: „Für so eine Runde können Sie ruhig noch lauter applaudieren.“
Schon zuvor hatte Marie Ligges mit ihrem eigenen Pferd, der Stute Curly Sue, viel Lob von den Richtern bekommen und eine 8,7 eingeheimst. Ebenso überzeugend präsentierte sie Utah, die Stute von Insa Strothmann. Geilfus erklärte in seinem Kommentar: „Insa hat mit deinem Pferd Curly Sue eine 8,8 bekommen. Deine Runde auf ihrem Pferd war ebenso fast perfekt. Wir müssen hier vergleichen und finden, dass du eine 8,8 mit Utah v. Quite Capitol-Cesano I (Wolfgang Strothmann, Lübeck) verdient hast. Zur glatten 9 müssen wir lediglich etwas Abzug geben für einen Galoppsprung zu viel in der Distanz zu Sprung acht.“ Mit Annabella C, der Stute von Sven Gero Hünicke, bekam Marie Ligges eine 6,5. "Annabella war wirklich eine Herausforderung. Wenn es gleich beim ersten Pferdewechsel nicht nach Plan läuft, ist man doch etwas beunruhigt", erzählte die spätere Siegerin. "Aber ich bin sehr froh, dass es noch so gut ausging. Ich bin sehr dankbar, dass wir mit dieser tollen Serie die Chance bekommen, bei einem so großen Turnier zu reiten. Es war ein toller Moment, als mir Hans-Günter Winkler zum Sieg gratuliert hat."
Auf Rang drei schaffte es die 15-Jährige Beeke Carstensen aus Sollwitt. Ihr attestierten die Richter viel Gefühl und einen tollen Stil. So erhielt sie für ihre Runde mit Annabella C die beste Grundnote für dieses Pferd  – eine 8,5 – musste aber Fehler an den letzten beiden Sprüngen hinnehmen. Für diesen Ritt bekam sie viel Lob: „Beeke hat dieses anspruchsvolle Pferd mit viel Ruhe vorgestellt. Sehr sicher und im Rhythmus hat sie Annabella in den richtigen Momenten unterstützt, das verdient Sonderapplaus.“ Der jüngsten Starterin im Teilnehmerfeld merkte man die Anspannung an, so sagte Geilfus nach ihrer letzten Runde, mit der Stute Utah von Insa Strothmann: „Man merkte richtig, wie der Druck von dir abgefallen ist, als klar war, dass du hier nicht mehr ganz vorn landen kannst. Du hast diese Runde toll geritten, sehr locker und selbstverständlich.“ Dafür erntete Carstensen eine 8,7.
Für seine Routine lobten die Richter den amtierenden Deutschen Meister der Jungen Reiter, Sven Gero Hünicke von der Insel Fehmarn. Von ihm wünschten sie sich in allen Runden eine etwas dezentere Einwirkung, bemerkten aber seine Verbesserung von Ritt zu Ritt mit deutlich ruhigerer Hand und stillerem Sitz. Mit dem Hengst Lenett erwischte er nicht die optimale Distanz zum vierten Sprung und musste einmal abwenden, das kostet ihn Zeit und schließlich Abzug von seiner Wertnote.fn-press/ lau

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